Alle Jahre wieder

Mühbrook. Sie heißen Angelika, Veronika und Katharina Wandt. Sind Mutter, Tochter und Tochter, kommen aus Berlin. Und fahren seit 25 Jahren nach Mühbrook in den Urlaub. In ein 500-Seelen-Dorf. Immer auf den Bauernhof. Immer zu Ilse und Joachim Lucht.

Der Ferienhof Lucht liegt direkt am Einfelder See, von den einzelnen Ferienwohnungen geht der Blick über die Straße, hinaus auf den idyllischen Badesee. „Der See ist toll“, sagen die Wandts, „aber eigentlich nur die Dreingabe.“ Sie kommen – und da sind sich die drei Frauen einig – „wegen der Luchts.“
Doch zurück zum Anfang. Im Jahr 1991 überlegten sich die Luchts, ihren Milchviehbetrieb mit einem zweiten Standbein zu versehen. „Während meiner Ausbildung habe ich auf einem Hof gelernt, der Feriengäste beherbergte“, erzählt Ilse Lucht. Ein Traum entstand.  Den sie gemeinsam mit ihrem Mann Joachim im Jahr 1991 wahrmachte. Zuerst mit lediglich einem kleinen Zimmer. Heute vermieten die beiden mehrere Zimmer und drei Ferienwohnungen in eigens gebauten Häusern.
„Nachdem wir uns entschlossen hatten, Gäste aufzunehmen und das Zimmer fertig war, traten wir in den Tourismusverein Naturpark Westensee ein“, erinnert sich Ilse Lucht. „Morgens kam ein Vertreter des Vereins und hat das Zimmer abgenommen – nachmittags klingelte das Telefon.“ Die erste Buchung:  Angelika Wandt suchte für sich und ihre Töchter eine Unterkunft für die Sommerferien.
„Seitdem sind wir beinahe jedes Jahr in Mühbrook gewesen“, sagt Veronika Wandt, heute 30 Jahre alt. „Üblicherweise zwei-  bis dreimal pro Jahr.“ Über die Jahre entstand eine besondere Beziehung zwischen den Familien. Als Joachim Lucht vor Jahren eine Reha machte – besuchte ihn Veronika im Krankenhaus. „Und wenn einer von uns Geburtstag hat, ruft Ilse an und gratuliert“, steuert Katharina Wandt bei. Die heute 33-Jährige arbeitet in Berlin als Architektin.
Der größte Spaß in Mühbrook war die Arbeit im Stall. „In den Anfangsjahren hatten wir immer einen Extrasack mit Stallkleidung dabei“, damit ging es gerne mal direkt aus dem Auto rein in den Stall zum Füttern und Melken.
Das geht heute nicht mehr – die Luchts haben die Milchviehwirtschaft schon lange aufgegeben, Sohn Detlev und Schwiegertochter Petra haben den landwirtschaftlichen Betrieb übernommen und auf Ackerbau umgestellt.
Und wo früher Kühe standen lebt heute ein Teil des Streichelzoos. Kaninchen, Meerschweinchen, Ziegen, Schafe und Lämmer stehen bereit, um Stadtkindern ein wenig Tierleben näher zu bringen. Ergänzt wird das Freizeitangebot durch ein Strohlabyrinth, die Feuerstelle, einen Spielplatz und den weitläufigen Garten. Der einem Paradies gleicht.
Bescheiden sagt Ilse: „Der Garten ist mein Hobby.“ Wo sie die Zeit dafür hernimmt? „Das läuft so zwischendurch.“ Neben der Organisation der Vermietung, der Reinigung der Wohnungen, der Zubereitung des Frühstücks – von dem Angelika Wandt sagt: „Ich habe noch nie ein solches Frühstück gesehen“ – und, und, und. Oder wie Joachim Lucht sagt: „Meine Frau macht das mit Leidenschaft und Herzblut und ich versuche, das meine dazu zu tun.“ „Die beiden haben eine schöne Art, miteinander umzugehen“, findet Angelika Wandt, „so wie sie auch uns als ihren Gästen mit Respekt und sehr viel Wertschätzung begegnen.“
Das, und da sind sich alle Wandts einig, sei das Geheimnis des Erfolges des Ferienhofs Lucht: „Die beiden geben ihren Gästen das Gefühl, willkommen zu sein – immer.“ Und das, ohne distanzlos zu sein oder zu Distanzlosigkeit einzuladen.
Kürzlich feierten Luchts und Wandts gemeinsam 25 Jahre Ferienhof. Ilse und Joachim hatten eingeladen, Familie, Freunde und Bekannte kamen und feierten. Zu welcher Kategorie die Wandts gehören, ist nicht ganz klar. Zu den Bekannten auf jeden Fall nicht. win

Ferienhof Lucht, Dorfstrasse 26, 24582 Mühbrook.  Tel. 04322/752929, E-Mail urlaub@ferienhoflucht.de, Internet www.ferienhoflucht.de

Veröffentlicht im Kieler Express vom 25. Juni 2016

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